Begegnung basiert auf Mobilität. Wir untersuchen diesen Prozess im Rahmen der IBA Mobilität.
Die Mobilität in unseren Städten verändert sich rasant: Elektrofahrzeuge, autonome Autos, Lieferdienste und neue Sharing-Modelle prägen bereits heute unseren Alltag. Doch diese Veränderungen betreffen nicht nur die Art, wie wir uns fortbewegen oder Waren transportieren – sie haben auch tiefgreifende Auswirkungen auf das soziale Leben in unseren Quartieren. Früher gab es im Wohnblock oder im Haus viele kleine, zufällige Begegnungen: im Treppenhaus, beim Abholen der Post, am Gartenzaun. Heute fallen viele dieser Anlässe weg. Onlinehandel und Lieferdienste bringen zwar Bequemlichkeit, entziehen aber den Quartieren Orte der Begegnung. Wohnhäuser fühlen sich zunehmend wie anonyme Durchgangsstationen an – funktional, aber ohne sozialen Halt.
Mit den neuen Mobilitätsformen stehen wir nun vor der nächsten großen Veränderung. Wenn sich das soziale Leben in den Quartieren weiter zurückzieht, droht Nachbarschaft – als einer der zentralen Pfeiler unseres Zusammenlebens – langfristig zu erodieren.
Genau hier setzt unsere Projektidee „Connect Urban Bag“ an. Wir wollen verstehen, wie Mobilität und soziale Interaktion neu zusammengedacht werden können. Es reicht nicht, Dienstleistungen einfach nur zentral zu bündeln oder die Idee der „15-Minuten-Stadt“ eins zu eins umzusetzen. Wir müssen herausfinden: Welche Strukturen und Räume fördern tatsächlich Nähe, Nachbarschaft und Gemeinschaft – und wie lassen sie sich mit neuen Mobilitätsformen verknüpfen?
Unsere Forschung baut dabei auf drei Perspektiven auf:
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Carrier Bag Theorie: Gebäude sind nicht nur Hüllen, sondern Container für soziale Aktivitäten. Entscheidend ist, welche Geschichten, Begegnungen und Nutzungen sie aufnehmen.
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Urban Block: Der Blick auf die kleinste städtische Einheit – den Wohnblock. Was braucht es, damit er ein starkes soziales Umfeld bietet?
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Collect Connect Hub: Orte, an denen Dienstleistungen (von Paketannahme bis Nachbarschaftsbildung) gebündelt werden – als neue Treffpunkte, die wieder Leben und Austausch ins Quartier bringen.
Connect Urban Bag will so Antworten finden auf die Frage: Wie können wir Mobilität und Zusammenleben so gestalten, dass Nachbarschaft nicht verloren geht, sondern neu aufblüht?